Warum soll ich eigentlich an zukünftige Generationen denken?

by pixelio.de

Über die Finanzkrise muss ich nichts mehr schreiben. Wer bisher davon nichts mitbekommen hat, soll in Ruhe die Feiertage geniessen. Die Politiker sind ja dabei, die Welt zu retten. Dies mit Hilfe von Milliarden von Euro und Dollar. Das Geld wird nur so versprochen, ausgegeben oder verbürgt. Egal ob Banken oder Autohersteller – Milliardenbeträge müssen es sein, um läppische Millionen kümmert sich niemand mehr.
Das Geld, welches da im Spiel ist, gibt es gar nicht. Es sind Wechsel auf die Zukunft, oder auch Schulden genannt. Über 1,5 Billionen EUR Staatsschulden haben wir in Deutschland. Jede Sekunde kommen 474 EUR hinzu. Pro Bundesbürger-Kopf sind das z.Zt. 18.426 EUR. Beeindruckende Zahlen; was sind da ein paar Milliarden Euro mehr oder weniger? könnte ich sagen.

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Ich muss diese Schulden ja doch nicht zurück zahlen. Die schieben wir vor uns her. Künftige Generationen werden sich damit rumplagen müssen. Das haben sich die Generationen vor uns auch gesagt. Deshalb haben wir ja jetzt die immensen Schulden. Soll ich mir da Gedanken machen? Warum eigentlich?
Die Frage stellt sich ja auch an anderen Stellen – Umwelt, Klimawandel, Rohstoffe – immer geht es um nachhaltiges Wirtschaften, nachhaltiges Agieren, um künftigen Generationen nicht Lasten aufzubürden, die ihnen ein menschenwürdiges Leben unmöglich machen würden. Gehen mich, gehen uns die künftigen Generationen etwas an?

Die Erklärung über die Verantwortung der heutigen Generation gegenüber den künftigen Generationen wurde auf der 29. UNESCO-Generalkonferenz im November 1997 in Paris verabschiedet. Das ist lange her. Die Erklärung umfasst 12 Artikel – Artikel, die es in sich haben.

Artikel 1 – Bedürfnisse und Interessen der künftigen Generationen

Es obliegt den heutigen Generationen sicherzustellen, daß die Bedürfnisse und Interessen der heutigen und künftigen Generationen uneingeschränkt gewahrt werden.

Artikel 2 – Entscheidungsfreiheit

Es ist wichtig, alle erdenklichen Anstrengungen zu unternehmen, um unter gebührender Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten den künftigen wie den heutigen Generationen volle Entscheidungsfreiheit im Hinblick auf ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme zu gewährleisten und sie in die Lage zu versetzen, ihre kulturelle und religiöse Vielfalt zu bewahren.

Artikel 3 – Fortbestand der Menschheit

Die heutigen Generationen sollten unter gebührender Achtung der Würde des Menschen danach streben, den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten. Natur und Form des menschlichen Lebens dürfen folglich in keiner Weise beeinträchtigt werden.

Artikel 4 – Bewahrung des Lebens auf der Erde

Die heutigen Generationen tragen die Verantwortung dafür, den künftigen Generationen eine Erde zu hinterlassen, die nicht eines Tages durch menschliche Aktivität unwiederbringlich zerstört ist. Jede Generation, die die Erde zeitweilig von einer anderen übernimmt, sollte dafür Sorge tragen, daß natürliche Ressourcen vernünftig ausgebeutet werden, das Leben durch schädliche Veränderungen der Ökosysteme nicht beeinträchtigt wird und der wissenschaftlich-technische Fortschritt dem Leben auf der Erde keinen Schaden zufügt.

Artikel 5 – Schutz der Umwelt

1. Um sicherzustellen, daß die künftigen Generationen am Reichtum der Ökosysteme der Erde teilhaben können, sollten die heutigen Generationen nach nachhaltiger Entwicklung streben und die Lebensbedingungen, insbesondere die Qualität und Intaktheit der Umwelt, bewahren.

2. Die heutigen Generationen sollten sicherstellen, daß die künftigen Generationen keiner Umweltverschmutzung ausgesetzt sind, die ihre Gesundheit oder gar Existenz gefährdet.

3. Die heutigen Generationen sollten für die künftigen Generationen die natürlichen Ressourcen bewahren, die zur Aufrechterhaltung und Entwicklung des menschlichen Lebens notwendig sind.

4. Die heutigen Generationen sollten vor der Ausführung größerer Projekte deren mögliche Folgen für die künftigen Generationen berücksichtigen.

Artikel 6 – Menschliches Genom und Artenvielfalt

Unter uneingeschränkter Achtung der menschlichen Würde und der Menschenrechte müssen das menschliche Genom geschützt und die Artenvielfalt gewahrt werden. Durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt sollte die Bewahrung menschlichen und anderen Lebens in keiner Weise beeinträchtigt oder gefährdet werden.

Artikel 7 – Kulturelle Vielfalt und kulturelles Erbe

Unter gebührender Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sollten die heutigen Generationen für die Bewahrung der kulturellen Vielfalt der Menschheit Sorge tragen. Es obliegt den heutigen Generationen, das materielle wie das immaterielle kulturelle Erbe zu definieren und zu schützen und dieses gemeinsame Erbe den künftigen Generationen zu übergeben.

Artikel 8 – Gemeinsames Erbe der Menschheit

Die heutigen Generationen dürfen das völkerrechtlich definierte gemeinsame Erbe der Menschheit unter der Voraussetzung nutzen, das dadurch kein irreparabler Schaden verursacht wird.

Artikel 9 – Frieden

1. Die heutigen Generationen sollten sicherstellen, daß sowohl sie selbst als auch die künftigen Generationen lernen, miteinander in Frieden und Sicherheit sowie unter Achtung des Völkerrechts, der Menschenrechte und Grundfreiheiten zu leben.

2. Die heutigen Generationen sollten die künftigen Generationen vor der Geißel des Krieges bewahren. Zu diesem Zweck sollten sie die künftigen Generationen nicht den schädlichen Folgen bewaffneter Konflikte sowie aller anderen Formen der Aggression und des Waffengebrauchs, die nicht mit humanitären Grundsätzen in Einklang stehen, aussetzen.

Artikel 10 – Entwicklung und Bildung

1. Die heutigen Generationen sollten die Bedingungen für eine sowohl in individueller als auch in kollektiver Hinsicht gerechte, nachhaltige und universale sozioökonomische Entwicklung der künftigen Generationen schaffen, und zwar insbesondere durch eine gerechte und sorgsame Nutzung der verfügbaren Ressourcen, um die Armut zu bekämpfen.

2. Bildung ist ein wichtiges Instrument der Entwicklung von Mensch und Gesellschaft. Es sollte dazu genutzt werden, Frieden, Gerechtigkeit, Verständnis, Toleranz und Gleichberechtigung zum Nutzen der heutigen und künftigen Generationen zu fördern.

Artikel 11 – Nichtdiskriminierung

Die heutigen Generationen sollten keine Maßnahmen ergreifen, die zu irgendeiner Form der Diskriminierung der künftigen Generationen führen oder eine solche aufrechterhalten.

Artikel 12 – Umsetzung

1. Staaten, das System der Vereinten Nationen, andere zwischenstaatliche und nichtstaatliche Organisationen, Einzelpersonen sowie öffentliche und private Einrichtungen sollten ihre Verantwortung bei der Förderung der Achtung der in dieser Erklärung niedergelegten Ideale, insbesondere auf dem Wege der Bildung und Ausbildung sowie der Information, uneingeschränkt wahrnehmen und deren vollständige Anerkennung und effektive Anwendung durch alle geeigneten Mittel fördern.

2. In Anbetracht der ethischen Mission der UNESCO wird die Organisation ersucht, die vorliegende Erklärung so weit wie möglich zu verbreiten und im Rahmen ihres Kompetenzbereiches alle notwendigen Schritte zur öffentlichen Bewußtmachung der in ihr verankerten Ideale zu unternehmen.

Diese 12 Artikel sollten wir uns regelmäßig vor Augen halten, Wort für Wort lesen und daran prüfen, ob unsere Handlungen sich daran messen können. Wenn jetzt Milliarden Euro ausgegeben werden, um Managementfehlentscheidungen auszubügeln, dann verstossen wir gegen diese Artikel. Nachfolgende Generationen werden uns im günstigsten Fall für verrückt erklären.

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5 Reaktionen auf “Warum soll ich eigentlich an zukünftige Generationen denken?”

  1. tom-ate sagt:

    Das ist DAS Thema. Diese 12 UNESCO-Artikel sollte wirklich jeder kennen und dann auch danach handeln. Aber wahrscheinlich ist es genau so, dass nachfolgende Generationen uns für durchgeknallt und dekadent halten werden, angesichts unserer heutigen Ressourcenverschleuderung.

  2. Emerson sagt:

    Uns fehlt eine “Bewegung befreite Erde”. Diese müsste noch drei deutliche Schritte weiter gehn:
    1) Nachhaltige Zerschlagung des anthropozentrischen Weltbilds.
    2) Rückhaltlose Anerkennung des Vorrangs aller Planet-Erde-bezogenen Belange.
    3) Praktische Reduzierung der Anzahl der Erde-Kahlfresser bis zur artgerechten Verträglichkeit zur Erde.

    Wo liegt der Unterschied, wenn nicht gar vielleicht ein unauflösbarer Gegensatz zwischen der Perspektive der Menschheit und der Perspektive des Planeten Erde?

    Hat der Mensch eigentlich das Recht, ohne weiteres seine Perspektive mit der des Planeten und aller anderen auf diesem lebenden Spezies gleichzusetzen? Ich meine nein.

    Wenn das aber so ist: welche Perspektive soll, falls diese sich als unvereinbar erweisen, den Vorrang haben? Sollen die Belange der Spezies Mensch dann Vorrang vor denen aller anderen Spezies haben?

    Der Mensch nimmt dies bisher wie selbstverständlich für sich in Anspruch. Erst in neuerer Zeit finden wir mit der Ökologiebewegung ansatzweise den Beginn eines Umdenkens.

    Geht dieses weit genug?

    Man kann entgegnen, ich konstruierte einen Gegensatz, wo keiner bestehen dürfe, da es um die Versöhnung der Menscheitsinteressen und jener der Erde gehe. Sicher. Aber was heißt das konkret?

    Tatsache ist, daß die Menschheit schon durch ihre schiere Zahl die Grenzen der Belastbarkeit der Erde Überschritten hat und dennoch weiterhin wächst. Daraus resultiert die Hauptgefahr für den Fortbestand einer funktionsfähigen Ökologie. Die Menschheit jedoch erkennt dies nicht an sondern besteht in den hierfür wesentlichen Teilgesellschaften auf weiterer ungebremster Vermehrung – aus religiösen, traditionellen oder sozialen Gründen.

    Ernst zu nehmende Studien sprechen von einer langfristig für die Erde verkraftbaren Bevölkerungszahl von 1 bis maximal drei Milliarden Menschen. Dazwischen schwanken die Bewertungen. Das bedeutete eine Reduzierung um ca. vier Milliarden bei aktuell 6,8 Milliarden Menschen. Wer soll das Problem angehen und wie? Keiner würde es wagen.

    Ein noch so optimistisches herumdoktern an den Symptomen wird aber das Problem nicht lösen, wenn die Grundsatzfragen nicht angegriffen werden. Solange die Menscheit sich hierzu nicht freiwillig bereit findet, muß nicht die Perspektive der Menschheit vorrangig geschützt werden, sondern diejenige der Erde. Solange kann eben keine Versöhnung der Perspektiven stattfinden, weil es um den grundlegenden Überlebenskampf der Erde als dem Ganzen geht.

    Die Menschheit muß akzeptieren, daß sie nur eine Spezies unter vielen ist und für sie daher die gleichen Naturgesetze gelten: Vermehrung nur bis zu dem Grad, zu dem ihre Lebensgrundlagen (und damit die aller anderen Spezies) noch erhalten bleiben. Tut sie dies nicht freiwillig aufgrund von Erkenntnis und deren Anerkennung, dann muß sie nach eben diesen Gesetzen genauso reduziert werden wie jede andere übermäßig vermehrte Spezies: durch (selbstgemachte) Naturkatastrophen, Hunger und Krankheit und, da Fressfeinde weitgehend ausscheiden, auch durch Krieg.

    Es geht daher um eine ‘Bewegung für eine befreite Erde’ – nämlich eine von der erdrückenden Last der wuchernden Menschheit befreiten Erde. Diese hat die natürlichen Umfriedungen ihrer Erbanlagen gesprengt und überdeckt die Erde wie ein Krebsgeschwür. Vor allem die Armen sind es, welche den Planeten unentwegt mit ihren unermüdlichen Zeugungsorganen geißeln – weil ihnen kaum eine andere Wahl zu bleiben scheint oder ihr Gotteswahn es gebietet.

    Jedes fühlende Herz muß Mitleid haben mit dem Leiden des Individuums. Aber wie man es auch dreht und wendet: es ändert nichts an den Tatsachen.

    Letzten Endes müssen wir den Henker begrüßen, der die Menschheit richtet, wenn sie uneinsichtig bleibt. Das hat durchaus biblische Dimensionen. Es sind die Reiter der Apokalypse welche sich da ankündigen.

    Vielleicht können Sie persönlich einen Beitrag dazu leisten, es soweit nicht kommen zu lassen. Wirken Sie auf eine nachhaltige Geburtenplanung hin. Beispiel ist die chinesische Ein-Kind-Familienplanung. Geschieht dies nicht weltweit und rechtzeitig, ist die Zerstörung der Erde wie wir sie kannten trotz aller ökologischen und friedensbewahrenden Bemühungen nach menschlichem Ermessen nur durch ein Wunder abwendbar. Dennoch kein Grund für Gotteswahn, sondern zum Handeln.

  3. Sisyphos sagt:

    Ein wichtiger Gesichtspunkt! Global gesehen zutreffend – für Deutschland gehen wir ja schon der Bevölkerungsreduzierung – wenn auch nicht planvoll. Das ergibt sich so. Oder ist es eine Art “Einsicht des kollektiven Bewusstseins”?

  4. tom-ate sagt:

    Die weltweite Bevölkerungsentwicklung ist allerdings für die Zukunft der Menschheit, für die Zukunft der Erde in ökologischer Hinsicht absolut zentral. Es stimmt, die deutsche Bevölkerung schrumpft ein wenig. Ob das hinreichend ist? Es geschieht ja auch nicht nach einem politischen Willen. Im Gegenteil, unsere Schmalspurpolitiker werweisen, wie sie das Bevölkerungswachstum wieder in Gang kriegen können. Weltweit entblöden sich Politiker und Behörden nicht, Maßnahmen zur Steigerung des Bevölkerungswachstums zu fordern und in die Praxis umzusetzen, so z.B. in Spanien (mit 20% Arbeitslosen…….) oder in Singapur. Als hätte es den Bericht des Clubs of Rome “Die Grenzen des Wachstums” vor 40 Jahren nie gegeben. Tatsache ist: eine Milliarde Menschen hungert… Aber da gibt’s für die meisten Leute wohl keinen Zusammenhang. Die hungern ja nur, weil sie keinen Supermarkt nebenan haben.

    Emerson fragt: Hat der Mensch eigentlich das Recht, ohne weiteres seine Perspektive mit der des Planeten und aller anderen auf diesem lebenden Spezies gleichzusetzen? Ich meine nein.
    Meine Antwort: Im Universum gibt es kein “Recht”. Der Mensch hat einfach die ganz bescheuerte MACHT dazu. Er macht sich die Erde untertan, bis nichts mehr davon übrig bleibt. Das ist primitive Raubtierbiologie, nichts weiter. Das Ende dürfte schrecklich werden, falls die Leute nicht aus ihrer wattierten Wohlfühlverschwendung aufwachen.

    Das Problem dabei: das Ende kommt langsam, ein langsamer Abstieg mit zunehmendem Kulturverlust, Verarmung und Verelendung. Für solche Zeitlupenprozesse hat die Evolution kein Bewusstsein geschaffen. Wir müssten es uns selbst erarbeiten.

  5. Emerson sagt:

    Nun, auch in einigen anderen Nationen welche sich das Problem bewußt machen, haben wir ein immerhin gebremstes Bevölkerungswachstum – z.B. auch in fast ganz Westeuropa, Kanada & China. In den USA, Australien, Neuseeland etc. im Grunde auch – wenn dies nicht Einwanderungsländer wären. In Deutschland haben wir wohl eher einen Sonderfall der Geschichte, über den einiges zu sagen wäre. Zudem ist D in den letzten Jahren statistisch gesehen auch wieder Auswanderungsland geworden.

    Leider ist gebremstes Bevölkerungswachstum aber keine Folge einer “Einsicht des kollektiven (menschlichen) Bewusstseins”. Denn wenn das so wäre, würde dies überall zum Zuge kommen – tut es aber nicht. Mithin ist es nicht kollektiv.

    Vielmehr ist es sogar so, daß einige agressive Staaten – so weiß ich es z.B. für Iran weil ich beruflich mit vielen Anhängern des des Khomenei-Regimes und seiner Nachfolger umgehe – ungebremste Vermehrung als Waffe sehen um einen Zukunfts-Vorsprung gegenüber “zurückbleibenden” Nationen für sich zu erringen. Erschreckend kurzsichtig, aber machtpolitisch zielführend.

    Wenn es allerdings so kommen sollte, daß sich diese Art des Denkens – vielleicht schon auf Grund der schieren Überzahl – global durchsetzt, dann ist für die Menschheit eine aufgeklärte, lebenswerte Zukunft mit einer funktionierenden, Minderheiten und Individuen repektierenden Zivilgesellschaft für vielleicht immer verloren. Denn wenn die Menschheit die Macht verliert ihre Zukunft in kühnen Projekten zu planen und stattdessen auf schieren Überlebenskampf und Jugenbanden-artiges kriminelles Machtstreben zurückgeworfen wird, dann verliert sie eine selbstbestimmte Zukunft.

    Tatsächlich ist es ja fast schon so weit. Statt zu planen beschränkt sich Politik zunehmend nur noch aufs Reagieren. So gestaltet man aber keine Zukunft positiv. Das – notwendige – Stopfen von immer mehr sich auftuenden Löchern zeigt nur daß wir dabei sind, die Planungskontrolle zu verlieren. Langfristig bedeutet dies Cäsarismus – wer sich brutal durchsetzt, herrscht. Untergehen werden demokratisch legitimierte Rechtsstaaten. Mit ihnen freie, gleiche und geheime Wahlen. Der “Primus inter Pares” und die Gesellschaften, in der er existieren kann. Minderheitenschutz. Menschenrechte.
    Stattdessen Faustrecht, respektive die Macht des Geldes, der Ideologie oder des religiösen Fanatismus.

    All das ist nur möglich in entsprechend organiserten Massen(produktions) gesellschaften, in denen Güterknappheit herrscht oder (künstlich) erzeugt wird. Massenwahn inklusive. Auch das spricht gegen hohe Bevölkerungsdichte. Natürlich auch gegen jede Form von Indoktrination. Man kann von einer funktionierenden Basisdemokratie wie der Schweiz da durchaus einiges lernen. Nicht jedoch die Verachtung des Konsumwahns, der ebenfalls einen Hauptbeitrag zur Zerstörung der Erde leistet. Da hilft aber dann vielleicht wieder Attac weiter. Gegensätze schließen einander keineswegs aus – sie ergänzen sich. Widersprüche fordern nur zum WEITER denken auf – auch hinter dem eigenen Horizont. Wenn es einen Gott gibt, dann ist er die Summe aller Widersprüche. Einfach göttlich – lol.

    Kurz: umfassende Patenrezepte gibts nicht. Wer solche anpreist, ist hinreichend verdächtig ein Übeltäter zu sein. Nur selber denken kann helfen. Doch das muß erlernt und eingeübt werden. Eine Denkschule ist nur dann eine solche, wenn sich ihre Regeln rein auf die anwendbare Methodik beziehen. Betreffen sie Inhalte, dann ist es keine Denk- sondern eine Propagandaschule. Axiome sind aber dazu da, durch umfassendere ersetzt zu werden.

    Wer gegen umfassende Bildung und Aufklärung in guten Denk-Schulen ist entpuppt sich als natürlicher Feind der Freiheit. Allerdings gehören dazu auch all jene, welche gegen Schulen an sich sind!

    Man sollte vor Leuten auf der Hut sein die aggressiv reagieren, wenn man ihre Lieblingsinhalte angreift.

    Mir fallen da sofort Ideologen und Prediger ein. Gibt aber auch viele andere.

    Na, genug geschwafelt.

    Gruß zum Schluß.

    Viel Erfolg beim weiterdenken.

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